Monomaterial-Verpackungen aus Karton
Wer heute Verpackungen entwickelt, kommt an einem Begriff kaum vorbei: Monomaterial. Immer mehr Marken stellen ihre Verpackungen auf Einstofflösungen um – und Karton spielt dabei eine zentrale Rolle. Doch was genau steckt dahinter, und für welche Produkte lohnt sich der Umstieg wirklich?
Was sind Monomaterial-Verpackungen?
Monomaterial-Verpackungen sind Einstoffverpackungen, die im Wesentlichen aus nur einem Material bestehen, also „sortenrein“ sind. Alle Hauptbestandteile – z.B. bei einer Kartonlösung der Umkarton, das Füllmaterial, das Klebeband und die Lieferscheintasche – gehören zur gleichen Materialgruppe und können gemeinsam im passenden Sammelsystem entsorgt und recycelt werden. Dadurch wird die Sortierung vereinfacht, das Recycling effizienter und der Materialkreislauf besser geschlossen.
Eine Monomaterial-Verpackung aus Karton könnten z.B. so aussehen:
- Umkarton oder Versandkarton aus Wellpappe
- Füllmaterial aus Papier oder Kartonfasern (z.B. Sizzle Pak, Packpapier)
- Klebeband auf Papierbasis
- Adress- und Lieferscheintasche ebenfalls aus Papier
Alle Komponenten wandern nach Gebrauch gemeinsam ins Altpapier – ohne Trennen, ohne Rätselraten für die Endkundschaft.
Warum ist Monomaterial so wichtig für Nachhaltigkeit?
Je einfacher ein Materialstrom ist, desto besser funktioniert der Recyclingprozess. Bei Verbundverpackungen – etwa Kombinationen aus Kunststoff, Aluminium und Papier – scheitert das Sortiersystem häufig daran, die Materialien zuverlässig zu trennen. Die Folge: Wertvolle Stoffe werden verbrannt, statt erneut in den Kreislauf zu gehen.
Monomaterial-Verpackungen bieten hier gleich mehrere Vorteile:
- Bessere Recyclingfähigkeit: Sortieranlagen können sortenreine Verpackungen leichter erkennen und dem richtigen Stoffstrom zuordnen.
- Ressourcenschonung: Recycelte Fasern aus Karton können vielfach wieder eingesetzt werden.
Einfache Entsorgung: Konsumentinnen und Konsumenten müssen keine Materialien trennen und machen weniger Fehler bei der Mülltrennung. - Positiver Markeneffekt: Monomaterial-Konzept plus klarer Recyclinghinweis stärkt das nachhaltige Markenimage.
Gerade Papier- und Kartonverpackungen lassen sich im bestehenden Sammel- und Recyclingsystem vieler Länder besonders effizient verwerten
Monomaterial aus Karton: Wo liegen die Stärken?
Karton als Monomaterial punktet besonders dort, wo es um eine stabile, gut bedruckbare und zugleich kreislauffähige Lösung geht. Typische Stärken sind:
- Hohe Designfreiheit: Kartonoberflächen lassen sich hervorragend bedrucken und veredeln – etwa mit Sonderfarben, Prägungen oder partiellen Lacken (je nach Recyclinganforderung abgestimmt).
- Gute Schutzfunktion: Durch passende Konstruktionen (Inlays, Verstärkungen, Wellpappe, Wabenstrukturen) lässt sich ein hoher Produktschutz rein mit Karton erreichen.
- Kreislauffähigkeit: Karton zählt zu den gut etablierten Sekundärrohstoffen und ist in vielen Märkten mit hohen Recyclingquoten vertreten.
Wichtig ist eine möglichst konsequente Monomaterial-Umsetzung – also etwa keine Plastikfenster, keine Metallklammern und keine nicht-lösbaren Kunststoffteile, wenn die Verpackung später im Altpapier landen soll.
Für welche Produkte lohnt sich Monomaterial-Karton besonders?
Kosmetikprodukte und Pflegeprodukte
Faltschachteln und hochwertige Kartonverpackungen für Cremes in Tiegeln, feste Shampoos, Seifen oder Ampullen eignen sich ideal für Monomaterial-Konzepte.
- Außenverpackung: bedruckte Kartonschachtel
- Innenleben: Kartoninlay oder Faserformteil statt Blister aus Kunststoff
Food & Feinkost im Trockensegment
Für Produkte wie Tee, Süßwaren, Trockenfrüchte, Gewürze oder Gebäck kann Karton die Hauptverpackung bilden, ggf. ergänzt durch eine dünne, sortenrein trennbare Innenfolie, falls noch erforderlich.
Marken, die bewusst auf reine Kartonlösungen setzen, kommunizieren dies oft offensiv als Nachhaltigkeitsvorteil.
Premium- & Geschenkverpackungen
Geschenkboxen, Adventskalender, Produktsets oder Markenlaunches bieten viel Fläche für Branding und Storytelling – und lassen sich komplett aus Karton konstruieren.
- Magnetschachtel mit Kartoninlay statt Schaumstoff
- Faserform-Einsätze oder gefaltete Kartonstege für Produkthalterung
E‑Commerce & Versandverpackungen
Versandkartons, Onlineshop-Verpackungen und Retourenboxen sind Paradebeispiele für Monomaterial aus Karton.
- Wellpappkarton
- Papierfüllmaterial
- Papierklebeband und Papierdokumententasche
Technische Produkte & Elektronik
Für viele Geräte, Zubehörteile und Ersatzteile lassen sich kunststoffbasierte Schaumstoffe durch konstruktive Karton- oder Faserformlösungen ersetzen.
Das reduziert Kunststoffanteile und erleichtert die Entsorgung für Endkunden.
Worauf Marken bei der Umstellung auf Monomaterial-Verpackungen achten sollten
- Anforderungsklärung: Welche Schutz-, Barriere- und Logistikanforderungen hat das Produkt wirklich?
- Materialauswahl: Passende Kartonsorte (z.B. Recyclingkarton, Frischfaser, ggf. spezielle Qualitäten) definieren.
- Konstruktion & Tests: Stabile, produktspezifische Konstruktionen entwickeln und Praxistests durchführen (Transport, Handling, Regallagerung).
- Recyclinghinweise: Klare, sichtbare Hinweise zur richtigen Entsorgung auf der Verpackung platzieren.
- Schrittweiser Umstieg: Zuerst Produktgruppen mit überschaubaren Anforderungen (Kosmetik, Non-Food, Trockensortiment), dann nach und nach komplexere Anwendungen.
Frühe Einbindung von Verpackungsspezialisten hilft, spätere Korrekturschleifen zu vermeiden und von Beginn an wirtschaftliche Lösungen zu entwickeln.
Fazit: Monomaterial-Karton als zukunftsfähiger Standard
Monomaterial-Verpackungen aus Karton machen Recycling einfacher, schonen Ressourcen und bieten gleichzeitig viel Raum für Markeninszenierung. Für viele Anwendungsbereiche – von Kosmetik über Feinkost bis hin zu E‑Commerce – sind sie schon heute eine technisch ausgereifte und wirtschaftliche Option.
Marken, die jetzt konsequent auf Monomaterial-Konzepte setzen, schaffen sich einen Vorsprung: Sie erfüllen kommende rechtliche Anforderungen leichter, stärken ihr nachhaltiges Image und machen es ihren Kundinnen und Kunden einfacher, Verpackungen korrekt zu entsorgen.